Nachdem wir die letzten Tage in Kathmandu alle notwendigen Dinge erledigt haben, wie: Trekingerlaubnis besorgen, Nationalparkgebühr bezahlen, Schlafsäcke ausleihen etc. und bei KEEP (Kathmandu Enviroment Education Project), echt eine gute Sache, in den Logbüchern schmökern sowie Wasserdesinfektionstabletten besorgen etc,, waren wir endlich startklar!
11.11.2014: Kathmandu nach Syabrubesi
Endlich ging es los, mit dem Jeep in die Berge um unsere erste Trekingtour zu starten, das Langtang Valley.
Nach 6 Std. Fahrt über teilweise abenteuerliche Straßen, die aber insgesamt nicht ganz so schlimm waren wie befürchtet, ins ca. 120 Km entfernte Bergörtchen Syabrubesi. Da wir vorab schlimme Geschichten über die Busfahrt nach Syabrubesi gehört hatten und vor 2 Wochen ein Bus 150m den Abhang heruntergestürzt ist, hatten wir uns für den privaten und teuren Transfer mit einem gecharterten Jeep entschieden. Es war bequemer, ohne Frage, aber zurück nehmen wir dann den Bus. Die Straße war überwiegend „geteert“ :)!
Während der Fahrt passierten wir unzählige Militär- und Polizeikontrollen, schon fraglich was die wohl in unseren Wanderrucksäcken an gefährlichen Gütern erwarten?! Wie auch immer, irgendwie muss die lange Reisezeit für die paar Km gerechtfertigt werden ;)!
In Syabrubesi sind wir im Namaste Guesthouse abgestiegen und genossen die Nachmittagssonne bei einem Kaffee auf der Terrasse und machten uns erstmal mit unserer Wanderkarte vertraut und probierten das erste Mal die Wasserdesinfektionstabletten auf Iodin Basis aus – bähhh ziemlich gewöhnungsbedürftig! Das Zeug sollen wir für die nächsten Tage trinken?! Echt eckelhaft, selbst die Mulitivitamintabletten machen es kaum besser…zum Glück sind Menschen Gewohnheitstiere, es sollte mit jedem Tag besser werden;)!
12.11.2014: Syabrubesi nach Changtan
Die Tagesetappe waren 1000 Höhenmeter nach Changtan, auch Lama Hotel genannt auf 2500 m.
Nach den letzten Wegbeschreibungen unseres Gastgebers und einem etwas spärrlich ausgefallenen Frühstück sind wir früh los. Nach den ersten paar Metern passierten wir mal wieder einen Militärposten, aber diesmal zur Abwechslung mal mit Funktion, wir mussten uns registrieren.
Endlich ging es los, am Fluss entlang, über Hängebrücken, durch Wälder immer das Tal hinauf! Es dauerte nicht lang, bis uns die ersten Wanderer entgegenkamen und wir von Esel-Karavanen und vollgepackten Portern überholt wurden. Unglaublich was die da alles den Berg hochschleppen! Baumaterialien, Essen, Gasflaschen etc. alles wird zusammengetüddelt mit einem Seil und mit einer art Stirnband getragen – dabei würden wir uns glatt das Genick brechen! Ein Porter schleppt an die 50 Kg und wiegt selber kaum mehr! Am interessantesten war aber eine kleine Omi, die förmlich dem Berg hochflog, natürlich mit schweren Korb beladen, und ganz nebenbei mit einer Spindel Faden drehte! Na wenn das nicht mal optimales Zeitmanagement ist ;)!
Ganz im Gegensatz zu den ganzen Nepali, war für uns der Aufstieg anstrengend! Nach etwa 7 Std. und 10,8 Km später kamen wir in Lama Hotel an und suchten uns eine Lodge, oder besser eine zugige Bretterbude für die Nacht. Wer gut verhandelt darf umsonst nächtigen, wenn er denn 2-3 Mahlzeiten im Gasthaus einnimmt… so waren unsere Wandertage auch die günstigsten von allen bislang 🙂
- das Dorf Syabrubesi
- die Stahlhängebrücken
- die Teeflasche im Handschuh
- am ersten Abend der Wanderung…
13.11.2014: Lama Hotel nach Langtang
Die Nacht war kalt, unbequem und kurz!
Also nichts wie los, weitere 1000 Höhenmeter standen vor uns. Jetzt wurde der Weg mit jedem Schritt schöner und lichter. Endlich konnten wir das Tal hinaufschauen bis zu den ersten schneebedeckten Berggipfeln…
Im Peacefull Guesthouse in Langtang lernten wir unsere ersten Wegbegleiter für die nächsten Tage kennen…. u.a. Dave und Sue, ein UK/ Thailändisches Paar – Dave, ein Quatschkopf, mit ihm wurde es nie langweilig. Dann noch Andy und Jana, die auch gerade die Welt bereisen…
Der Aufstieg der letzten zwei Tage war doch etwas zu viel für uns, wir hatten leichte Kopfschmerzen, so machten wir in Langtang gemeinsam mit Dave und Sue einen Tag Pause. Vor allem auch weil man sich akklimatisieren muss, denn die Höhenkrankheit ist in Nepal der Klassiker bei überambitionierten Touristen.
- warten bis der Eselszug vorbei ist…
- aus der Tiefe kamen wir
- die ersten richtigen Berge
15.11.2014: Langtang nach Kyanjin Gumba
Nach dem Tag Pause waren die letzten 400 Höhenmeter nach Kyanjin Gumpa auf 3900m schnell bewältigt. Nach einer kurzen Stärkung in der Nayakhanga Lodge, unser zu Hause für die nächsten Tage, ging es weiter bergauf Richtung Gletscher des Langtang 1 mit über 7200m. Die Gletscher sahen erst so greifbar nah aus, aber wollten doch nicht näher kommen! Aber der Blick war trotzdem der Hammer :)!
- die ersten Yaks
- jetzt wurde es nice
- ein Einhorn?
- über den Wolken 🙂
16.11.2014
Wir hatten erstmal genug von steilen Berghängen und sind das jetzt nur noch leicht ansteigende Tal weiter hochgelaufen. Erst durch einen riesigen Schotterhaufen, wohl eine alte Gletschermoräne und über einen Gletscherfluss…dann wurde es begehbarer und super schön! Wir wurden mit tollem Ausblicken belohnt und dann auch noch von einer freundlichen und zotteligen Yakherde ins Dorf zurückbegleitet.
- auf der Gletschermoräne
- hammer ne?
17.11.2014
Hoch hinauf auf den Kanjin Ri mit 4773m, das wurde härter als gedacht. Der Weg, gefühlt senkrecht den Berg hinauf, wollte einfach nicht enden…vor allem Marco Pfiff aus dem letzten Loch und hatte mit der immer dünner werdenden Luft zu kämpfen, aber nach 2,5 Std Aufstieg hatten wir es geschafft, berauschend! Wir standen auf den Gipfel, über uns flatterten Gebetsfahnen und wir hatten einen unglaublichen Ausblick!
- Langtang I = 7200m hoch
- auf der Spitze
- Kyanjin Gompa
18.11.2014: Kyanjin Gumba nach Gumnachowk
Als wir gerade aufbrechen wollten rief unsere Gastgeberin nur: Avalanche! Lawine! Na das wollten wir uns doch etwas mehr aus der Nähe anschauen und krakselten mal wieder bergauf zum Gletschersee, aber von der Lawine war nichts mehr zu sehen….einfach zu weit weg!
Dann ging es an den Abstieg, Mittags waren wir wieder in Langtang und hatten ein super Mittag gemeinsam mit einer Gruppe Ärzte die gerade in Kathmandu voluntiert hatten. Gestärkt und gut gelaunt ging es weiter das Tal bergab. Mit jedem Schritt wurden wir euphorischer, der steigende Sauerstoffgehalt machte uns regelrecht HIGH und wir flogen fast 16 Km den Berg hinab, immer entlang des Flusses durch Wälder die in Wolken/Nebel steckten dessen Bäume mit Moos und Farn bewachsen waren.
- Familie Kyanjin Gompa
- Haferschleim zum Frühstück
- Lawine
- Gletschersee Langtang I
- Rückweg ins Tal
- Mooswälder
19.11.2014: Gumnachowk nach Thulo Syabru
Nach dem gestrigen Tag, an dem der Abstieg uns sooo leicht gefallen war, stand es fest – wir werden weiter laufen Richtung Gosaikund und eine weitere Woche in den Bergen unterwegs sein!
Doch der weitere Abstieg wurde beschwerlich, so das wir uns schon fast wieder auf die letzten Stunden bergauf bis nach Thulo Syabru freuten, diesmal überwiegend durch Bambus und vereinzelt große Bäume auf denen Affen herumturnten.
Fast schon ein Stätdchen erwartete uns mit unerwartetem Luxus! Es gibt eine heiße Solardusche, richtige Matratzen (oh man werden wir gut schlafen!), Wifi und sogar ein eigenes Bad mit einer westlichen Toilette. Unglaublich wie sehr man sich auf ein Klo freuen kann, aber kein Wunder, nach den Bretterverschlägen mit meist stinkendem Hockklos :)! Die Krönung, eine Dachterasse mit Ausblick bis nach Tibet…hier bleiben wir erstmal!
- unsere Hütte 😉 … ne nur Spass
- Ausblick am Ruhetag
20.11.2014: Wasch- und Lesetag
Auf der Dachterrasse wuschen wir erstmal unsere ganzen Klamotten, alles mit der Hand mit eiskaltem Bergwasser! Ach ja, die Aussicht und die auf den Rücken scheinende Sonne entschädigte uns und immerhin war es das einzige was wir den Tag zu tun hatten, abgesehen von Lesen, Sonnen und in die Berge schauen :)!
21.11.2014: Thulo Syabru nach Laurebina Yak
Es gibt eine Abkürzung, das ist unsere!
Wären wir nicht schon Aklimatisiert von Langtang wäre das wohl etwas verrückt. Es ging 1700 Höhenmeter bergauf auf 3910 m und das fast senkrecht. Weil wir nicht so ganz genau wussten was uns erwartet sind wir um 7 Uhr los, eine gute Entscheidung wie sich noch herausstellen sollte. Der Weg war bislang der schönste, was die Ausblicke betrifft und die zu durchquerende Rhododendronwälder, aber auch der anstrengendste. Es ging nur steil bergauf und das meistens auf einem Erdpfad, der noch gefroren war und sich langsam in der Morgensonne in einen rutschigen Schlammpfad verwandelte. Nach sieben Stunden waren wir in Laurebina Yak. Von unserer Lodge hatten wir einen tollen Blick, unter uns bildeten sich Wolken im Tal, wir sind über den Wolken – fast so als ob man fliegt :)!
- Gebetshäuschen
- Riesenbäume auf 3000m
- Mittagspause
- Schlafrevier
- Traumbetten
- Ausblick am Abend… hinten ein paar 8000er
22.11.2014: Laurebina Yak nach Gosaikund
Die letzten 250 Höhenmeter waren echt ätzend, dann noch der Versuch ein Zimmer in Gosaikund zu finden, durch welches nicht der Wind pfiff, ohne Erfolg!
Wie soll es anders sein, der nahegelegene Berg musste gleich noch bestiegen werden, was ohne Rucksack auch zum Glück viel leichter ist und sich voll gelohnt hat :). Es ist unbeschreiblich auf so einem Gipfel zu stehen! Zur einen Seite der schneebedeckte Laurebina Pass, welchen wir noch überqueren werden und die Höhenseen Gosainkunds, und zur anderen Seite die Bergkette Annapurnas, der Manaslu, der Langtang und der Blick bis nach Tibet!
Zurück in Gosainkund wurde uns vor Augen geführt, dass wir den Laurebina Pass nicht unterschätzen sollten. Ein Helikopter kam und flog viermal zum Pass um Wanderer zu bergen. Wie wir später erfahren sollten, hatte sich jemand ein Bein gebrochen. Es ist doch beruhigend zu Wissen, dass ein Helikopter kommt wenn nicht alles nach Plan läuft ;)!
Unser Guesthouse füllte sich langsam, allerdings mit echt komischen Leuten. Neben Andy, Jana und Gorasch mit denen wir bereits die letzten Tage verbracht hatten gesellte sich eine Gruppe Südkoreaner, eine alte Italienerin und ein paar ältere Herren aus Deutschland samt Porter und Guides zu uns, nicht zu vergessen der Rasterlockenmann und seine Freundin aus Frankreich. Highlight des Abends, trotz Kamins, frierend im Aufenthaltsraum, war das Sauerstoffmessgerät von einem der Guides…wie, wer hat beim Aufstieg geschwächelt?! Ich mit angeblichen 95 % Sauerstoff und nicht Marco mit nur 77 %!
An dem Abend wurde mir alles zu viel. Immer das gleiche Essen, die Toiletten und die Kälte! Dann habe ich auch noch seit ein paar Tagen Haarausfall – ist das etwa eine Nebenwirkung der Chemiebombe Iodin? Sollten wir vielleicht doch lieber umkehren? Dann wären wir in zwei Tagen zurück in Kathmandu…
- 8000er am Morgen
- See Gosainkund
- Mirja am Aussichtspunkt
- Helicopterrettung
- Hammer am Abend 🙂
23.11.2014: Gosainkund nach Ghopte
Trotz Kälte und zugigem Zimmer haben wir erstaunlich gut geschlafen und somit war auch mein Tief des Vorabends überwunden! Vor uns Stand der Laurebina Pass, 4600 m mit Schnee und Eis bedeckt. Es ließ sich gut Laufen und der Pass war echt schön, lange nicht so anstrengend wie gedacht. Mit steigender Höhe waren die Bergseen mehr und mehr zugefroren und das Eis knackte unter den ersten Sonnenstrahlen des Tages. Zum Glück sind wir nicht umgedreht :)!
Ab jetzt nur noch bergab – zumindestens hatten wir das gedacht. Falsch, es ging munter bergab, bergauf, bergab, bergauf und das für Stunden!
In Ghopte wurde es auch endlich wieder wärmer, den ganzen Nachmittag lagen wir auf ein paar Brettern vor der Lodge und ließen uns von der Sonne so richtig durchwärmen :)!
Der Abend wurde unterhaltsam. Nach uns kam eine Deutsche Reisegruppe samt Porter und Guide, der sich als nepalischer Bob Marley entpuppte und kiffend, trommelnd und singend ein Lied nach dem anderen und irgendwann immer wieder das gleiche Lied anstimmte: I am a Monkey you are a Donkey…zum Besten gab!
- am Morgen in Gosainkund
- gefrorenes Trinkwasser
- oben am Pass um 8h morgens
- ein Vöglein auf 4700m
- andere Seite vom Pass
- zugefrorener Pfad
- andere Seite vom Pass, hinunter ins Tal
- so sieht das Bachwasser aus
- Sunset in Ghopte
24.11.2014 & 25.11.2014: Abstieg
Der Abstieg begann, das ist auf Dauer ja schlimmer als bergauf!
Und dann passierte es!
Marco stürzte! Oh nein, das sah gar nicht gut aus!
Glück im Unglück. Er fiel auf den Weg und nicht den Abhang hinunter! Der Knöchel war nur leicht verknaxt! Und zum Glück waren es auch nur noch 30 min bergab zu einem Dorf, wo es mal wieder eine Straße gab. Dort angekommen wartete auch schon ein Bus auf uns der eine Stunde später nach Kathmandu fahren sollte…
Busfahren, das ist auch ein Erlebnis. Der Bus hält natürlich in jedem Bergdörfchen und wird so lange beladen, bis nicht nur die ca. 30 Sitzplätze belegt sind sondern auch der Gang voll gestopft ist und nicht zu vergessen auf dem Dach die letzten Passagiere Platz gefunden haben…die Karre war so voll, dass wir kaum noch aus dem Fenster schauen konnten, vielleicht war das auch besser, so blieben uns die Blicke die Berghänge hinab und auf die Straße ersparrt – irgendwie waren wir froh als wir vier Stunden später in Kathmandu ankamen :)! Uns dröhnen die Ohren immernoch, denn im Bus lief durchgehend Indian Dance Music auf vollem Anschlag, das kann man gar nicht beschreiben…
- die letzten tollen Ausblicke
- aus der Sonne in die Wolken
- letzte Unterkunft auf 2500m in den Wolken
- böser Bulle
- Hütte am Wegesrand
- Mirja stemmt beide Rucksäcke zusammengeschnürrt
- der lokale Linienbus…puh






















































































































